Das Körpergefühl eines Klavierspielers teilt sich dem Hörer unmittelbar mit, nicht nur visuell, sondern auch akustisch.
Gerade weil Musik als Kommunikationsform die Möglichkeiten der Sprache weit übersteigt, indem sie erheblich subtiler und suggestiver ist, verrät sie nicht allein das, was der Spieler beabsichtigt mitzuteilen. Sie verrät alles, was im Moment des Spielens ist. Daher wird jegliches Unbehagen des Pianisten vielleicht nicht immer bewusst, jedoch ganz bestimmt unbewusst miterlebt. Vergisst der Pianist dank ungeheurer Anstrengung zu atmen, so wird auch für den Hörer die Luft knapp, denn dieser atmet unbewusst im Rhythmus der Musik mit (oder stellt das Atmen ein, sofern die Musik nicht atmet, was er dem Musiker nicht immer dankt!).
Die oberste Pflicht eines Musikers ist es somit, für sein eigenes Wohl zu sorgen.
Glückwunsch an dieser Stelle an alle, die sich für die Musik entschieden haben : ) !!!
Nur wenn es dem Musiker gut geht, teilt sich etwas Positives glaubhaft mit.
Tatsache ist, dass die Psyche eine Wirkung auf den Körper hat. Ein ängstlicher Mensch sitzt vielleicht geduckt mit zusammengezogenen Schultern am Klavier, ein trauriger Mensch mit hängendem Kopf. Soweit die Psychologen-These….
Sehr oft sind dies aber auch Haltungen, denen man gar nicht derart psychologisierend nachspüren muss, da sie nichts anderes sind, als unbewusste Nachahmungen noch unbewussterer Lehrer, bei denen man in grauer Vorzeit gelernt hat. (Zitat von 80 % meiner Klavierschüler:“Meine alte Klavierlehrerin hat gesagt…“)
Stellen wir folgende Anti-These zur Psychologen-These auf: Die Körperhaltung hat eine Wirkung auf die Psyche, und allein durch eine Aufrichtung und ein Aufschließen der Körperhaltung lässt sich eine miese Stimmung in eine gute Stimmung verwandeln!
Daher ist allen Pianisten, die nicht ganz glücklich beim Klavierspielen sind, die sich nach einer Stunde Klavierübens angestrengt, möglicherweise sogar frustriert fühlen, zu sagen:
Dieser Zustand lässt sich mit etwas Ausdauer und Konsequenz oft schon innerhalb eines halben Jahres grundlegend ändern!